9. Folge - Vom Rüpel zum Pfleger

Shownotes

Pflegen.Lachen.Machen - der Podcast rund um Pflege und Altern.

Dieser Podcast lebt von Begegnungen, Geschichten und Erfahrungen aus der Pflege, aus dem Ehrenamt und aus unserer Region.

Im Podcast Pflegen.Lachen.Machen. sprechen wir über Menschen, die sich engagieren, über Themen rund um die Pflege, Gemeinschaft und das Leben im Alter - ehrlich, menschlich und mit einem offenen Blick, für das, was uns verbindet.

Mir ist wichtig, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen. Auch wenn im Podcast oder in den Texten nur eine Geschlechtsform verwendet wird, sind selbstverständlich immer alle Geschlechter gemeint.

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Dein Pfleger Martin

Transkript anzeigen

00:00:19: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Pflegen, Lachen, Machen.

00:00:25: Heute wird es richtig persönlich denn ich nehme euch heute mit in meinen oder ja quasi in meinen eigenen Weg wie ich zu der Pflege oder in die Pflege gekommen bin warum ich diesen Beruf gewählt habe oder was Pflege wirklich bedeutet und warum Pflege eben so viel mehr ist als nur das Bild dass viele Menschen im Kopf haben.

00:00:49: Aber wir sprechen heute nicht nur über die professionelle Pflege, sondern auch über die Menschen, die plötzlich von heute auf morgen Angehörige pflegen müssen.

00:01:00: Denn während wir Pflegekräfte über viele Jahre lernen, stehen viele Familien plötzlich mitten in einer Situation.

00:01:10: und genau darüber sprechen wir heute wie ich eigentlich in die Pflege gekommen bin – das ist gar nicht so einfach erklärt.

00:01:19: Denn ich wollte gar nicht in die Pflege, ich wollte Physiotherapeut werden und irgendwie kam das eine zum anderen.

00:01:28: Ich bin damals in eine Physiotherapie Praxis gegangen Und habe nachgefragt Hey!

00:01:33: Habt ihr einen Praktikumsplatz für mich?

00:01:35: Ich möchte gerne Physitherapeut werden.

00:01:38: Das hat leider damals nicht geklappt.

00:01:39: Die haben mich dann weiter geleitet In ein Krankenhaus und über das Krankenhaus Bin ich zur Pflege gekommen.

00:01:47: Das war mega schön, mega anstrengend und ich war total aufgeregt weil ich sollte plötzlich Menschen helfen wo ich gar keine Ahnung habe wie ich das eigentlich mache.

00:01:56: Eine Schwester hat mich damals begleitet hatte gesagt hier nimm mal den Lappen helf mir dem Herrn beim Waschen und dann legst du los.

00:02:04: Ich war total aufgeregt, ich hatte gar keine Ahnung was sich da mache wie gesagt und ich hatte totale Berührungsängste.

00:02:11: Und war froh damals dass diese zwei Praktikums Wochen schnell zu Ende waren weil ich dachte erste oh mein Gott.

00:02:18: aber abschließend reflektiert dachte ich so mega das ist der Job den will ich unbedingt machen.

00:02:26: Mich haben damals meine Lehrer in der Oberschule dann belächelt.

00:02:30: Die haben gesagt, Krause das kannst du doch nicht machen!

00:02:32: Du und Pflege?

00:02:34: Das kann ich mir nicht vorstellen.

00:02:36: Ihr müsst euch vorstellen... Ich war damals Nenwas-Marschermand eine Rüpe, der in der Schule auch mal aufgefallen ist und der will jetzt in die Pflege gehen.

00:02:45: Der will jetzt Menschen helfen Ihr seht's, oder?

00:02:50: ihr wisst es ja mittlerweile bin ich in der Pflege gelandet und ich selber hatte keinen Zweifel daran das zu machen.

00:02:56: Ich hatte irgendwann später einen Lehrer wieder getroffen.

00:02:58: hat er mir das dann nochmal erzählt dass er nie damit gerechnet hätte?

00:03:02: aber ja hat glaube ich ganz gut geklappt als sich damals die Ausbildung dann begonnen habe.

00:03:09: Die ersten Wochen waren ziemlich hart.

00:03:12: Ich habe die große Welt kennengelernt.

00:03:15: Ihr müsst euch vorstellen, ich komme aus einem Ort in Mecklenburg-Vorpommern.

00:03:19: Das waren, ich glaube, hundertachzig Einwohner und bin dann ins bescheidene Potsdam gekommen was zur damaligen Zeit keine Ahnung wie viel.

00:03:28: Ich glaub, hundachzigtausend zu der damalige Zeit einwohner hatte.

00:03:31: und plötzlich konnte man feiern gehen, konnte sich rausgehen.

00:03:37: Man konnte ganz viel erleben und dann kam irgendwie die Realität dazu.

00:03:41: Plötzlich musste ich lernen, plötzlich musste ich meiner Praxisanleiterin Denise zeigen wie ich mit den Laborwerten umgehen kann, mit dem Blutwerten.

00:03:53: Das wollte ich auf jeden Fall, weil man muss ja maximal Verantwortung übernehmen.

00:03:59: Weil ich wollte halt nicht dass irgendwas passiert, dass sich irgendeinen Patienten vielleicht Verletze oder sogar Schlimmeres passiert.

00:04:06: also habe ich das ganz sehr ernst genommen und hab irgendwie mich dann da auch durchgeboxt.

00:04:11: Ja das war damit der Einstieg in die Pflege.

00:04:16: Aber was macht überhaupt eine Pflegefachperson?

00:04:20: Viele haben Vorurteile.

00:04:22: Also viele denken vielleicht, hey!

00:04:24: Pflege bedeutet Waschen, Essen bringen und Medikamente geben.

00:04:28: aber dahinter steckt noch viel mehr.

00:04:30: Ich sage euch genau die Sachen das die Körperpflege betrifft.

00:04:35: Das ist ein wichtiger Bestandteil.

00:04:37: Viele in anderen Ländern führen das gar nicht aus.

00:04:41: Wir pflegen richtig, also das heißt wir machen eine Krankenbeobachtung bei der Körperpflege und gucken ob der Patient irgendwelche Defizite hat, ob er Einschränkungen hat oder vielleicht auch irgendwelchen Folgen hat wie zum Beispiel ein Dekubitus dass es so rund liegen aufgrund von mangelnder Positionsveränderung dann einhergeht.

00:05:03: Da gucken wir uns den Patienten ganz, ganz genau an oder ob er ausreichend gegessen oder getrunken hat.

00:05:08: Wir machen aber auch weiteres!

00:05:09: Wir haben ein hohes Maß am medizinischen Wissen.

00:05:13: Wir müssen Laborwerte angucken und wir müssen gucken, ob die Diagnosen übereinstimmen.

00:05:18: Und wenn wir Medikamente geben, müssen wir auch ganz klar wissen was für Medikamente wir geben, und entsprechend auch welche Nebenwirkungen es gibt.

00:05:30: Wir haben ein hohes Masen an Verantwortung, weil wir dürfen keine Fehler machen.

00:05:34: Wir sollten keine Fehler machte.

00:05:36: Wir arbeiten mit Menschen.

00:05:38: Ich möchte ein Beispiel bringen der Arzt muss für eine Operation die Stelle markieren, die operiert wird.

00:05:45: jetzt kann der arzt das theoretisch delegieren Auch wenn man das in einer heutigen Zeit eigentlich nicht mehr macht.

00:05:50: Das heißt eigentlich muss der Arz das machen?

00:05:53: Jetzt delegiert er das Und wir würden jetzt die falsche Seite markieren bei der zu operierende Stelle und dann wird vielleicht das falsche Bein operiert.

00:06:01: Und dann haben wir ein Problem,

00:06:03: d.h.,

00:06:03: was machen wir noch?

00:06:04: Wir beobachten den Patienten, wir beobachten Symptome, ob es dem Patienten anders geht.

00:06:11: Manchmal sagen wir heute stimmt etwas nicht!

00:06:15: Und dann schrillen bei uns die Alarmglocken, sodass wir auf die Suche gehen und überlegen was könnte der Patient haben.

00:06:25: Dann gehen wir zum Arzt und teilen ihm das mit.

00:06:27: Und dann können wir durch schnelles Handeln vielleicht eine Sepsis – das ist eine Infektion, die auch bis zum Tode führen kann.

00:06:36: Da müssen wir schnell reagieren.

00:06:39: oder der Patient hat plötzlich eine verwaschende Sprache sich nur noch halbseitig bewegen und ist zusätzlich auch noch verwirrt, dann würde das relativ zügig auf einen Schlaganfall führen.

00:06:51: Und hier ist Zeit unter schnell reagieren auf diese Symptome total wichtig!

00:06:57: Und hier muss man relativ schnell reagiren – der Patient benötigt Schnellmedikamente damit dieser Blutgerinsel sich wieder löst, dass das Hirn wieder richtig durchblutet wird.

00:07:12: Wir müssen ganz viel kommunizieren, das heißt wir müssen mit unserem Patienten reden.

00:07:16: Wir müssen herausfinden wie es ihm geht.

00:07:18: Wir sind quasi auch Seelentröster.

00:07:21: Wir Müssen ganz ganz viel organisieren alles rund um den Tagesablauf.

00:07:28: Organisiert die Pflege.

00:07:30: Wir begleiten, d.h.

00:07:32: zu Untersuchungen manchmal fahren wir Patienten in Arztpraxen, manchmal zu anderen notwendigen Operation etc.

00:07:43: Und manchmal betreiben wir auch Sterbebegleitung,

00:07:47: d.h.,

00:07:47: wir begleiten Patienten in der letzten Lebensphase wo man gewisse Dinge wie zum Beispiel Öle – ich habe das ja in der Einfolge schon mal erwähnt – dieser Duftvanille der darf mir nicht ins Haus kommen, den möchte ich nicht.

00:08:02: Aber anderen Patienten hilft das ja?

00:08:05: Wir unterstützen bei der Positionsveränderung, bei der Lagerung und wir sind auch für die Angehörigen da.

00:08:13: Das heißt auch dort finden Gespräche statt und wir erklären den Angehürigen wie sie was machen dürfen, machen können und dass Sie auch nichts falsch machen können.

00:08:22: Und dass der Patient in einer letzten Lebensphase zum Beispiel auch kein Hungergefühl mehr hat.

00:08:26: solche Dinge Das begleiten wir und wir arbeiten häufig in einem Team.

00:08:31: Das heißt, Teamarbeit ist ganz groß geschrieben.

00:08:34: nur die Pflege alleine kann hier nicht die Welt retten.

00:08:37: das müssen die ganzen Professionen untereinander machen ob es der Physiotherapeut, der Ergotherapeut, der Logopäde und der Arzt ist aber auch die Servicekraft die man nicht vergessen darf ja und viele viele weitere die in den verschiedensten Unternehmen tätig sind.

00:08:51: also Ein Thema bleibt noch übrig.

00:08:54: Das ist leider ein lästiges Thema, das ist das Thema Dokumentation.

00:08:59: Also das heißt wir dokumentieren für zum Beispiel die Heimaufsicht für den medizinischen Dienst aber auch für die Abrechnung und die Absicherung.

00:09:07: Das heißt wir müssen schon das dokumentieren was was wir durchgeführt haben.

00:09:12: Neben der Durchführungsverantwortung haben wir halt auch die Aufgabe das zu regeln und bei der Dokumentierung muss es halt auch sehr genau sein.

00:09:20: ich kann halt nicht reinschreiben ja der hat halt vielleicht ungefähr fünfhundert Milligramm von dem Medikament bekommen oder vom anderen.

00:09:27: Ich weiß nicht mehr genau, also es muss schon ganz konkret sein weil das dann halt auch entsprechend Folgen haben kann.

00:09:33: wenn ich ein Medikament gebe und die Schmerzen nicht besser werden, dann muss die nächste Stufe eingeleitet werden und da brauche ein neues Medikamt.

00:09:42: Vielleicht kann man noch sagen Man ist einfach Fachperson!

00:09:46: Man ist Zuhörer Und man is Krisenmanager sowie Motivator gleichzeitig.

00:09:53: Ich würde euch jetzt nochmal kurz mitnehmen in die Ausbildung.

00:09:57: Das ist mittlerweile ein zusammengelegter Beruf.

00:10:00: Als ich das gelernt habe, ich hab quasi noch die letzte Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert.

00:10:07: Das war in dem Jahr zwei Tausend Drei hat es angefangen.

00:10:09: ab zwei Tause vier ist dann der Gesundheits- und Krankenpflege geworden und mittlerweile nennt man das Pflegefachpersonen und die Pflege Fachperson ist einen Zusammenschluss aus drei Berufen.

00:10:21: da haben wir Altenpflege, da haben wir die Kinderkrankenpflege und wir haben jetzt die normale Gesundheits- und Krankenpflege mit dabei.

00:10:31: Das ist gar nicht so einfach weil sich die Ausbildungszeit hier auch nicht verlängert hat!

00:10:36: Wir reden weiterhin über drei Jahre.

00:10:39: das heißt in drei Jahren muss ich jetzt plötzlich drei Berufe lernen.

00:10:43: Das Ganze erfolgt in der Theorie und in der Praxis.

00:10:46: Ich habe so zwischen vier bis sechs Wochen Theorieblöcke, und vier bis six Wochen Praxisblöcke.

00:10:51: In den Praxisblöcken bin ich dann quasi in verschiedenen Einsatzbereichen tätig Und das finde ich zum Beispiel auch mega spannend weil da kann ich schon die ersten Einblicke kriegen in das was mich eigentlich interessiert, in dass was mich in der Zukunft interessiert und das ist so sehr sehr umfangreich.

00:11:08: also ich kann von der Notaufnahme bis hin zum OP bis hin zur Rettungsstelle auf der Normalstation.

00:11:15: Ich werde in einem Pflegeheim tätig sein, ich mache aber auch im Praktikum vielleicht in einer Reha-Klinik.

00:11:21: alles das was ich mir nach meiner Ausbildung dann angeeignet habe weil ich in den verschiedenen Einrichtungen tätig war ist jetzt automatisch irgendwie in den Bereichen mit drin.

00:11:32: die Vergütung hat sich zu damals auch ziemlich verändert.

00:11:37: Ich habe damals vierhundert Euro bekommen und mittlerweile sind wir auch schon in der Situation, dass das einfach ja keine Ahnung verdoppelt verdreifacht ist also über tausend Euro im ersten Lehrjahr.

00:11:48: Da fragt einfach mal in dem Unternehmen, euer Nähe nach wenn ihr die Ausbildung macht.

00:11:54: das heißt da können die Kollegen euch dann sehr gerne helfen.

00:11:57: ich will euch vielleicht noch sagen später das Einstiegsgehalt das darf man euch auch gerade erzählen.

00:12:02: Ich habe damals mit thousand dreihundertfünfzig Euro angefangen und mittlerweile sind wir bei über dreitausend euro brutto im Monat was man dann auch als Vergütung bekommt.

00:12:14: Man kann auch Fachweiterbildung machen.

00:12:16: Das heißt, wenn ihr irgendwann mit der Ausbildung fertig seid, seid ihr noch nicht fertig mit dem Lernen!

00:12:21: Ihr könnt in ganz viele Richtungen euch weiterentwickeln und das ist das Schöne an der Generalistik.

00:12:26: Das heisst, ihr lernt den Grundberuf und danach spezialisiert ihr Euch.

00:12:31: Ich mache jetzt hier noch ein zwei drei Beispiele zum Beispiel die Hygienefachkraft oder ich kann Praxisanleiter werden.

00:12:38: Oder ich kann mich auch weiterentwickeln, indem ich OP-Fleger werde.

00:12:42: Genau!

00:12:42: Ich kann in einer Geriatrie – das ist die Altersmedizin, da kann ich mich auch weiterhin entwickeln -, dann werde ich geriatrische Fachpflegekraften.

00:12:50: Es gibt noch weitere für die Intensivstation aber ich glaube es würde jetzt zu weit führen... Mittlerweile kann man auch ein Pflegestudium machen.

00:12:58: Das geht von Pflegewissenschaften über Pflegemanagement, aber auch die reine Pflege kann man studieren und sich dann quasi auch nach und nach weiterqualifizieren.

00:13:08: Man kann verschiedene Leitungsfunktionen einnehmen.

00:13:11: Ich bin zum Beispiel Zentrumsleitung, Bereißleitung und Pflegedienstleitung wie man das auch nennen möchte in einem Krankenhaus und bin halt für mehrere Stationen verantwortlich genau.

00:13:21: Und man könnte auch Stationsleitung werden oder erst mal eine stellvertretende Stationsleistung was ja auch immer ganz spannend ist wenn man Führungsverantwortungen lernen möchte.

00:13:32: was ich damit sagen möchte ist, die Pflege ist absolut kein Sackgassen-Beruf.

00:13:38: Hier ist so viel Möglichkeit hier ist soviel los.

00:13:41: man kann weiterentwickeln.

00:13:43: Ich habe vielleicht noch eine lustige Anekdote.

00:13:46: also Zukunft in der Pflege mit KI.

00:13:50: Also natürlich wird die Digitalisierung ganz ganz viel verändern und ehrlich gesagt hoffe auch dass uns irgendwann weniger Papierkram übrig bleibt.

00:14:01: aber Empathie, Nähe und menschliche Beziehung.

00:14:05: Das wird die KI nie ersetzen!

00:14:07: Was bedeutet das für euch junge Menschen?

00:14:10: Ihr habt einfach die Chance.

00:14:11: oder dass es weiterhin ein krisensicherer Beruf, der ohne KI auch locker und weiter funktionieren wird.

00:14:20: Und jetzt kommt eigentlich der Punkt über den viel zu wenig gesprochen wird.

00:14:24: Ich habe mindestens drei Jahre gelernt wie Pflege funktioniert aber was ist eigentlich mit dem pflegenden Angehörigen?

00:14:30: Die stehen oft von heute auf morgen mitten in dieser Situation.

00:14:36: Sie haben keine Ausbildung in diesem Bereich, ohne Vorbereitung – einfach so!

00:14:40: Einfach weil ein Mensch plötzlich Hilfe braucht.

00:14:43: Oft kommt hier die Überforderung, Schuldgefühle, Organisation, plötzlich immer mehr zunehmend und plötzlich Bürokratie, die gar nicht notwendig war vorher.

00:14:54: Plötzlich muss ich Dinge übernehmen, die vorher der Partner übernommen hat.

00:14:58: Ich habe eine Unsicherheit!

00:15:00: Plötzlich ist es dass ich zum Beispiel... ...die ganzen vertraglichen Dinge regeln muss,... ...die ich vorher nie machen musste weil mein Mann das gemacht hat.

00:15:08: Plötzlich hab' ich Angst vielleicht euch etwas falsch zu machen.

00:15:12: und ganz ganz wichtig.... ...ich bin selber auch belastet.

00:15:15: aber nicht nur die Probleme sind da Es gibt auch Hoffnung.

00:15:18: Du bist da!

00:15:19: Du kannst Dein Angehörigen viel besser einschätzen.

00:15:23: Deine Angehörigen hören auf dich.

00:15:26: Du hast Zeit, du musst nicht zu viel dokumentieren!

00:15:30: Das sind Sachen die wiederum von großem Vorteil sind.

00:15:33: Ich bin fremd.

00:15:34: wenn ich zu dir nach Hause komme muss ich dich kennenlernen, muss sich euch kennenlern und ihr seid schon lange füreinander da.

00:15:43: Niemand muss alles ganz alleine schaffen und das ist glaube ich mit die wichtigste Botschaft am heutigen Tag.

00:15:49: Du kannst dir Hilfe holen.

00:15:51: Es gibt ambulante Pflegedienste, Unternehmen die zu dir nach Hause kommen Leistungen übernehmen wo ihr Hilfe braucht.

00:16:00: Zum Beispiel Medikamentengabe wenn mehrmals täglich Insulin gespritzt werden muss zum Beispiel beim Diabetiker oder ein Verbandswechsel durchgeführt werden muss wenn das notwendig ist Oder du traust dir das nicht zu mit der Körperpflege.

00:16:14: also kommt der Pflekedienst und unterstützt auch dort.

00:16:17: es gibt Beratungsstellen zb Die Pflegestützpunkte.

00:16:22: In jedem größeren Ort sind die vorhanden, sie werden von den Kassen finanziert und sind für euch kostenlos.

00:16:30: Lasst Euch beraten!

00:16:31: Schaut gerne mit Euren Angehörigen vielleicht mit euren Kindern nach wo die nächste Beratungsstelle für Pflege ist.

00:16:39: Die Kollegen sind immer super nett kommt zu Euch sogar nach Hause wenn es notwendig ist.

00:16:44: Es gibt verschiedene Pflegekurse, ob es jetzt für das Thema Demenz ist oder wie lerne ich damit umzugehen dass sich jemand anderes versorgen kann.

00:16:56: Das gibt vielleicht zum Beispiel so ein Konzept was im Krankenhaus gelebt wird, das nennt sich Pflege in Familie fördern und das ist auch ein Angebot von der AHA wo Patienten im Krankenhaus landen, betreut werden und wir merken dass die Angehörigen an ihre Grenzen kommen.

00:17:14: Dann gibt es den Hinweis zu dem nächsten Kurs und dann lernen sie wie man richtig die Position verändert, wie man eine Mobilisation durchführt oder ohne.

00:17:24: dieses Angebot ist auch kostenlos und fördert Ihre Qualität.

00:17:29: Ihr habt die Demenzberatung vielleicht gerade auch schon erwähnt.

00:17:32: Demenz ist auch ein großes, großes Thema.

00:17:35: es wird es auch immer weiter geben und bei den Demenz Beratungen lassen sich auch Zeit.

00:17:41: nehmen sie sich die Zeit.

00:17:42: Sie sind auch da nicht allein Die Kollegen unterstützen.

00:17:46: Auch dort finden sie im Internet verschiedene Angebote wie sie in der Nähe mit begleitet werden.

00:17:53: Zu uns kommt immer Frau Bohrmann, liebe Grüße gehen hier raus und ich kann schon mal verraten wir werden auch eine gemeinsame Folge in der Zukunft aufnehmen.

00:18:03: Es gibt auch Selbsthilfegruppen zum Schlaganfall zu anderen Ereignissen.

00:18:08: es gibt auch junge Menschen die pflegebedürftig sind und auch einen Bedarf haben.

00:18:14: Da ist es für Angehörige auch ganz schwer damit umzugehen.

00:18:18: Mein Kind ist pflegebedürftig, da schaut gerne nach.

00:18:22: Es gibt verschiedene Angebote nutzt diese.

00:18:25: Es gibt eine Tagespflege.

00:18:27: Die Tagespflege ist häufig genutzt von älteren Personen, die tagsüber nicht mehr alleine sein können.

00:18:36: Da gibt es ganz, ganz tolle Konzepte.

00:18:38: hier in Michendorf haben wir glücklicherweise sogar zwei Tagespflegen.

00:18:41: Hier gibts eine separate Finanzierung zu dem vorhandenen Pflegegrad.

00:18:46: Lassen sich auch da von den Tagespflegenden direkt beraten und fangen sie damit nicht zu spät an Das heißt, je länger Sie warten, desto schwieriger wird es für die betroffene Person damit umzugehen.

00:18:59: Wir haben die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege.

00:19:02: Die ist mittlerweile so ein bisschen zusammengefasst.

00:19:04: Sie haben einen Budget pro Jahr.

00:19:07: bei der Verhnderungspflege können sie jemanden einsetzen, der nicht Ihre Pflegeperson ist und der dann zu Ihnen zum Beispiel nach Hause kommt und die Leistungen übernimmt, die sonst der pflegende Angehörige übernmt wenn sie Also wenn Sie als Pflegeangehöriger zum Beispiel im Urlaub sind.

00:19:23: Bei der Kurzzeitpflege und hier mein großer Tipp, das ist bei der Kurzzeitpflege es so dass sie dort zb in eine Pflegeeinrichtung gehen können für einen gewissen Zeitraum.

00:19:35: Meine Arbeitskollegen hatte neuerlich ihre Mama in die Pflegeeinrichtungen weil sie einer Wohnraumanpassung vorgenommen hat.

00:19:43: Die Firma, die vorbeikam, konnte keine Alternative in der Wohnung zur Verfügung stellen und das Bad wurde komplett renoviert.

00:19:51: Dann ist sie glaube ich für zwei Wochen dann in eine Pflegeeinrichtung gegangen.

00:19:56: Das lief dann ganz unproblematisch.

00:19:59: Sie war auch in der Nähe untergebracht so dass meine Kollegin auch regelmäßig vorbei gehen konnte Und das lieft dann auch ganz gut.

00:20:06: Hier ist nur wichtig, je eher Sie das wissen.

00:20:09: Dass sie die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen, desto eher haben sie auch die Chance einen kurzzeitpflegeplatz zu finden.

00:20:16: und eines kann ich euch schon mal versprechen all das was ich jetzt eben gerade aufgezählt habe.

00:20:21: Das werden wir in den nächsten paar Wochen monaten auch intensiver beleuchten.

00:20:26: Und dass ein oder andere Unternehmen hier auch mal vorstellen Hilfe anzunehmen Ist keine Schwäche aber die kostet auch Geld.

00:20:35: Das dürfen wir nicht vergessen, sprecht hier mit eurer Krankenkasse dem Sozialamt in größter Not.

00:20:42: Es gibt Möglichkeiten und wie gesagt die Beratungsstellen unterstützen euch hier sehr wohl!

00:20:47: Was kann ich als Angehöriger dann überhaupt noch lernen?

00:20:52: Weil ich kenne doch meinen Gegenüber, ich kenn' doch meinen Angehöhrigen.

00:20:56: aber trotzdem gibt es verschiedene Dinge, gelernt oder wie die einfach gezeigt werden können, damit man selber nicht zu belastet ist und gleichzeitig dem gegenüber auch nicht verletzt.

00:21:11: Das heißt bei der Lagerung da gibt es verschiedene Lagerungsmöglichkeiten das kann man sich zeigen lassen von der professionellen Pflege Die Mobilisation kann man mit der Physiotherapie üben aber auch mit der Ergotherapie Weil hier ist auch ganz so wichtig, man muss das langsam und behutsam machen.

00:21:32: Und immer so viel unterstützen wie nötig, sodass der Patient oder der Bewohner oder der Angehörige noch soviel wie möglich alleine macht weil je länger ich Sachen nicht durchführe umso muskelärmer werde ich.

00:21:47: Man kann Kommunikation lernen.

00:21:50: Ich würde das nächste gleich noch mitsagen.

00:21:53: Umgang mit Demenz, weil sich das sehr gut verbindet.

00:21:56: also ich kenne mein Angehörigen und ich weiß wie ich darauf eingehen kann denkt man und trotzdem neigt man dazu dann doch schnell auf zu sein, jetzt hat er das wieder nicht verstanden.

00:22:10: Ich habe ihn bis jetzt dreimal erklärt und trotzdem funktioniert es nicht.

00:22:15: Aber das kann man lernen, dass man versteht, dass der Gegenüber, wenn wir über die Demenz reden, das nicht verändern kann, dass das nicht anders geht, dass Man das akzeptieren muss und dass derjenige das auch gar nicht böswillig meint.

00:22:32: Das Allerwichtigste was man auch lernen kann und lernen muss ist die Selbstfürsorge.

00:22:38: Meine Lieben, ihr müsst hier wirklich auf euch achten!

00:22:42: Nehmt euch den Zeitraum!

00:22:44: Nehmt euch dem Moment wo Ihr Euch auch mal ausgrenzt, wo Ihr euch auch mal Zeit für Euch nehmt, wo ihr einfach mal rausgeht.

00:22:54: Lasst Euch helfen und wir sind gern dabei!

00:22:56: Pflege passiert nicht nur im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung.

00:23:02: Pflege passiert jeden Tag in den ganzen Familien in vielen Wohnungen und zwischen verschiedenen Menschen.

00:23:10: Und egal, ob professionell oder als Angehöriger niemand muss perfekt sein aber niemand sollte dabei alleine sein!

00:23:20: Zu guter Letzt bringe ich ja immer die drei Tipps mit ins Spiel und heute habe für die pflegenden Angehöhrigen drei Tippes mitgebracht holt euch früh Hilfe nicht erst wenn ihr völlig erschöpft seid.

00:23:34: wir Profis sind gerne da Wir helfen.

00:23:37: Und wenn du was zeitig wählst, hast du auch die Chance zu prüfen welches Unternehmen dir unter einem Angehörigen zusagt!

00:23:47: Tipp zwei Ihr müsst nicht alles alleine wissen.

00:23:50: Fragt nach Beratung, nach Kursin und nach Unterstützung.

00:23:56: Viele Angebote sind sogar kostenlos – also fragt den Seniorlozen in eurem Dorf, fragt in der Gemeinde gerne bei mir beim Pflegenetzwerk nach.

00:24:08: Wir finden immer das passende Angebot für euch!

00:24:11: Tipp drei und das ist mein wichtigster Tipp, vergesst Euch selber nicht nur wer selber Kraft hat kann langfristig auch andere begleiten Auch wenn Ihr denkt ihr müsst immer da sein.

00:24:25: Ihr opfert Euch regelrecht auf.

00:24:28: Macht auch mal was für Euch.

00:24:31: Dafür bauen wir die Nachbarschaftshilfe hier in Michendorf zum Beispiel gerade neu auf, ob spazieren gehen für den Angehörigen einfach vorlesen oder Zeit schenken.

00:24:42: Wer hier auch mitmachen möchte, sagt gerne Bescheid, kontaktiert uns gerne direkt bei der Gemeinde oder vielleicht auch aber auch bei uns über das Pfleginetzwerk.

00:24:53: Die Kontaktdaten schicke ich euch mit in den Schonunz!

00:24:57: Wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie gerne mit Menschen, die vielleicht gerade genau in dieser Situation sind.

00:25:05: Und denkt dran – Pflege ist nicht nur ein Beruf.

00:25:08: Pflege is Menschlichkeit!

00:25:10: Jetzt kann ich einfach nur Danke sagen.

00:25:13: Danke an alle pflegenden Angehörigen, die jeden Tag ihr Bestes geben und immer da sind.

00:25:19: Aber auch an diejenigen jungen Menschen, die sich für den Beruf interessieren und in der Pflege landen wie ich damals.

00:25:27: Das war wieder eine neue Folge von Pflegen Lachen Machen!

00:25:32: Und ich möchte schon mal ein wenig auf die nächste Folge blicken – dort werden wir mit einem Physiotherapeuten sprechen, wer eins seinen Weg zur Selbstständigkeit gewagt hat und welche Besonderheiten es in seinem Unternehmen gibt.

00:25:48: Bis bald!

00:25:50: Einfach reinhören, einfach machen.

00:25:52: Dein Pfleger Martin.

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