12. Folge - Anders als gedacht: Demenz verstehen
Shownotes
Pflegen.Lachen.Machen - der Podcast rund um Pflege und Altern.
Dieser Podcast lebt von Begegnungen, Geschichten und Erfahrungen aus der Pflege, aus dem Ehrenamt und aus unserer Region.
Im Podcast Pflegen.Lachen.Machen. sprechen wir über Menschen, die sich engagieren, über Themen rund um die Pflege, Gemeinschaft und das Leben im Alter - ehrlich, menschlich und mit einem offenen Blick, für das, was uns verbindet.
Mir ist wichtig, dass sich alle Menschen angesprochen fühlen. Auch wenn im Podcast oder in den Texten nur eine Geschlechtsform verwendet wird, sind selbstverständlich immer alle Geschlechter gemeint.
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Dein Pfleger Martin
Transkript anzeigen
00:00:06: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Pflegen Lachen Machen.
00:00:11: Heute geht es um die Demenz!
00:00:13: Wir wollen verstehen, wie die Pflege zu bewerkstelligen ist?
00:00:17: Wir wollen Verstehen Wie die Biografie berücksichtigt werden muss.
00:00:21: Das sind heute ein paar meiner Themen auf die ich jetzt eingehen werde.
00:00:25: Stellt euch vor der gegenüber mit der Demenserkrankung sagt zu Euch Ich will nach Hause und hier könnte man sich jetzt die Frage stellen Was, wenn dieser Satz gar nix mit einem Haus zu tun hat?
00:00:40: Was könnte denn eigentlich dahinterstecken?
00:00:42: Vielleicht möchte er Sicherheit.
00:00:44: Vielleicht hatte er Angst.
00:00:45: Vielleicht wünscht er sich Vertrautheit.
00:00:48: Vielleicht aber auch einfach nur Orientierung – eine bestimmte Person ein früheres Zuhause oder das Gefühl von Geborgenheit.
00:00:58: Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn viele Menschen mit einer Demenz begleitet.
00:01:04: Und ich habe dabei gelernt, wenn wir nur auf das schauen was ein Mensch sagt oder tut übersehen wir manchmal das Wichtigste nämlich dass was konkret dahinter steckt.
00:01:15: Die zentrale Frage dieser heutigen Folge bedeutet Was möchte mir Dieser Mensch Mit seinem Verhalten eigentlich sagen?
00:01:28: meiner beruflichen Vergangenheit.
00:01:31: Ich war frisch ausgelernt als Gesundheits- und Krankenpfleger, bin in die Altenpflege bewusst gegangen weil ich das total spannend fand und mich darum kümmern wollte mit Bewohnern arbeiten wollte, die ich dann noch länger kenne und auf die ich eingehen kann.
00:01:47: Also bin ich in dieser Pflegeeinrichtung, ich habe Spädienst und gemeinsam mit einem anderen männlichen Kollegen Dienst.
00:01:55: Mein Auftrag heute die Bewohner für die Nacht zu versorgen!
00:01:59: Eine Bewohnerin mit einer starken Demenz sollte von uns konkret versorgt werden – Ich bin quasi ins Zimmer, bin zu ihr hin und hab ihr gesagt komm wir machen das hier zusammen, wir kriegen es hin, ich helfe ihn jetzt.
00:02:12: Die Bewohnerin lehnte erst die Versorgung ganz klassisch ab, später mit Händen und Füßen.
00:02:17: Und ich bin nicht an sie rangekommen!
00:02:19: Ich war wie gesagt frisch fertig mit der Ausbildung.
00:02:21: Ich habe das absolut nicht verstanden worum es jetzt hier ging und hab dann meinen Kollegen dazu geholt mit ihm gemeinsam versucht die Bewohnerin zu versorgen, was dazu führte dass sie halt sehr sehr ungehalten war und absolut keine Chance war sie zu versorge.
00:02:37: Das heißt wir haben dann abgebrochen und die Kollegin die dann zum Nachtdienst kam hat dann die Versorgung übernommen.
00:02:43: hier ist es einfach so gewesen.
00:02:45: Wir könnten konnten es nicht ändern.
00:02:47: Was haben wir gemerkt?
00:02:48: Wir haben gemerkt irgendwas funktioniert hier nicht also müssen wir Die Versorgungen abbrechen.
00:02:54: Wir haben die Situation nicht eskalieren lassen.
00:02:57: Wir hätten natürlich einschreiten können, wir hätten sie bedrängen können aber das war nicht unser Ziel und wir wollten die Situation halt noch nicht schlimmer machen was ich damals zu der Zeit aber nicht wusste grundsätzlich komplett überfordert damit und habe angefangen mich mit der Angehörigen zu unterhalten.
00:03:16: Ich hab die Tochter gefragt, als sie das nächste mal zur Besuch kamen.
00:03:19: wie kann das sein?
00:03:20: Warum war sie so ablehnt?
00:03:21: ich bin ja immer nett zu ihr.
00:03:22: Ich versuche immer so und über den Tag hinaus ist es auch alles immer fein und ich konnte mit ihr gute Gespräche führen aber wenn es um die Versorgung ging quasi ablehnte.
00:03:31: Das heißt wir haben ein bisschen Biografiearbeit betrieben und die Tochte hatte mir erzählt dass die Bewohnerin eine schlimme Erfahrung erleiden musste im Rahmen des damaligen Zweiten Weltkrieges.
00:03:43: Und da fiel es mir dann sofort ein und auf, warum ich deswegen nicht ihr helfen kann weil ich ein Mann bin und ein Mann damals was gemacht hat, was auf keinen Fall geht.
00:03:55: Ja und plötzlich kommt man in einer Situation dass das Verhalten eine völlig andere Bedeutung nimmt.
00:04:01: Die Bewohnerinnen ist aggressiv, sie hat kein Bock Sie will nicht sondern nein Die Frau hatte einfach Angst vor uns.
00:04:10: Und heutzutage würde ich die Situation vielleicht sogar komplett anders betrachten, damals fehlten mir wichtige Informationen!
00:04:17: Ich hatte keine ausreichende Biografiarbeit, ich hatte keine entsprechenden Informationen in der Übergabe erhalten, ich hätte keine Kenntnis über ihre damalige Vergangenheit.
00:04:27: Ich hatte auch keine Möglichkeit mit der Bewohnerin ein klären Gespräch zu führen, warum sie es ablehnt und warum sie das nicht machen
00:04:34: möchte.".
00:04:35: Und so habe ich eine Lernkurve genommen und für mich war klar, herausforderndes Verhalten ist manchmal eine Sprache.
00:04:44: Sie konnte euch oder mir damals nicht sagen Ich möchte nicht von Männern versorgt werden weil ich in meinem Leben Dinge erlegt habe die mir jetzt Angst machen.
00:04:54: Aber das Verhalten hatte mir ganz klar gesagt sie wollte das nicht.
00:04:58: Wir haben damals vielleicht gedacht sie wehrt sich gegen die Pflege.
00:05:02: Heute würde ich sagen sie hat und etwas mitgeteilt.
00:05:06: Diese Geschichte hat für mich, für meine berufliche Laufbahn einen ganz entscheidenden Einfluss genommen.
00:05:13: in den Veranstaltungen in denen ich bin erzähle ich diese Geschichte auch gerne weil das so bedeutsam ist und man einfach auch hinhören oder zwischen den Zeilen lesen kann.
00:05:25: aber wenn wir jetzt mal in die Tiefe gehen wollen was bedeutet eigentlich Eine Demenz.
00:05:31: Was bedeutet das eigentlich für jeden einzelnen?
00:05:35: Demenz ist nicht eine einzelne Erkrankung, sondern es ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen mit dem einen fortgeschrittener Verlust geistiger Fähigkeiten verbunden sind.
00:05:48: Hier gibt es mehrere Formen.
00:05:50: Ich würde heute jetzt nicht im Detail ganz konkret sagen aber vielleicht auf die ein zwei häufigsten einmal eingehen.
00:05:58: Vielleicht habt ihr von der sogenannten Alzheimer-Demenz schon mal gehört, dass es auch die häufigste Form, die es gibt.
00:06:05: Hier ist insbesondere das Gedächtnis und die Orientierung zunehmend beeinträchtigt sodass irgendwann auch weitere Funktionen wie Abbau von Hygiene – ich kann irgendwann nicht mehr richtig essen!
00:06:18: Ich kann verschiedene Dinge nicht mehr umsetzen immer nach und nach und ja im Laufe der Zeit immer mehr zunehmen.
00:06:26: Dann gibt es die sogenannte vaskuläre Demenz.
00:06:30: Die hat so circa zwanzig bis dreißig Prozent aller Demenzformen, nimmt diese ein und hier ist es so dass durch Blutungsstörungen zum Beispiel ich hatte einen Schlaganfall dann das Risiko für eine vaskuleere Demenz steigern Und ich hier von heute auf morgen Schädigung ja an den Blutgefäßen im Gehirn habe.
00:06:51: Das heißt hier ist er ein schnellerer Prozess da, ich habe ab heute die Einschränkung.
00:06:57: Der Verlauf ist relativ langsam aber auch dort vorhanden.
00:07:02: Ich würde noch eine weitere Form erwähnen das ist die frontotemporale Demenz.
00:07:07: Das ist eine Form wo vor allem die Persönlichkeit eine Rolle spielt dass verhalten und Aber auch die Sprache.
00:07:16: hier würde ich später nochmal Eine weitere Geschichte erzählen weil ich die auch sehr beeindruckend fand was Für euch wichtig ist, die mit dem Thema vielleicht noch nicht so oft Berührung hatten.
00:07:27: Also jede Demenz ist nicht gleich eine Demenz und jeder Demenz bedeutet Nicht nur vergessen das heißt hier Passieren auch weitere Dinge.
00:07:37: wenn wir über eine Demens sprechen Denken die meisten Menschen wie gesagt nur anders vergessen aber der mensch ist viel viel mehr.
00:07:45: wer könnte Wie betroffen sein?
00:07:48: Das Gedächtnis fängt am Anfang an.
00:07:51: Ich kann nicht mehr so richtig zuordnen.
00:07:54: Wer ist denn das überhaupt?
00:07:56: Ich kann nichts mehr zuordnete, wo habe ich denn was hingelegt?
00:07:59: Ich hab neulich mit meiner Mama telefoniert.
00:08:02: Da haben wir Videotelefonie gemacht und da habe ich den Einkauf mit reingenommen und dann habe ich mein Handy plötzlich gesucht.
00:08:09: Da habe ich meinen Handy in den Kühlschrank mitgelegt.
00:08:14: So schnell kann das gehen!
00:08:15: Ich hoffe ich habe noch keine Demenz wenn.
00:08:17: ich sag mir gerne Bescheid Die Orientierung lässt irgendwann nach.
00:08:21: Das heißt, wir sind in der Situation... Wir fahren innerhalb unseres Dorfes, innerhalb unserer Stadt.
00:08:28: können wir uns vielleicht noch ganz gut organisieren und orientieren weil ich weiß an der Litfastäule ist das auch hier.
00:08:35: an dem Schilden muss sich da lang, weil ich immer dalang gefahren bin.
00:08:38: aber wenn ich an einer Demenz erkrankt bin kann ich auch relativ zügig dann Schwierigkeiten haben, wenn zum Beispiel eine Umleitung gebaut wird und ich nicht mehr diesen normalen Weg nehmen kann.
00:08:49: Viele können Orientierungshilfen noch nehmen wie zum Beispiel auch ein Navigationssystem.
00:08:55: aber auch hier die Technik geht immer weiter voran und es fällt mir irgendwann immer schwerer damit umzugehen.
00:09:01: Die Sprache kann sich verändern das heißt ich kann irgendwann die ganzen Wörter die ich jeden Tag sonst verwende nicht mehr aussprechen.
00:09:11: Ich hatte im Rahmen meiner Corona-Erkrankung zur damaligen Zeit, als ich das erste Mal so relativ doll betroffen war, wo wir leider noch keinen Impfstoff hatten.
00:09:20: Hätte ich einen schwereren Verlauf, war auch kurz davor in die Klinik zu müssen und ich hatte danach massive Probleme mit der Kommunikation.
00:09:30: Ihr müsst euch vorstellen, ich hatte ein Apfel im Kopf.
00:09:33: Diesen Apfel wollte ich haben, habe zu meiner Frau gesagt hier.
00:09:42: Also was ist denn das?
00:09:44: Ich hatte den Apfel im Kopf, aber ich habe es nicht geschafft den Apfelaus zu sprechen.
00:09:49: Das war faszinierend und frustran zugleich weil wenn ich Schwierigkeit habe sogar einen Apfel nicht sagen zu können.
00:09:58: also wo landet man dann da?
00:10:00: ja und das hat mich total wie gesagt frustriert.
00:10:02: jetzt müsste euch mal vorstellen wenn der gegenüber mit der Demenz auch Wörter nicht mehr aussprechen kann.
00:10:09: Das ist so frustrierend und derjenige sagt entweder gar nichts mehr oder es aggressiv in seinem Tun, indem er sagt das kann so nicht wahr sein, das geht so nicht – oder wir auch immer!
00:10:20: Die Wahrnehmung verändert sich.
00:10:22: Das heißt, wir sind irgendwann in der Situation, dass wir irgendwelche Sachen nicht mehr richtig wahrnehmen können – Gerüche!
00:10:29: Wir können vielleicht auch nicht wahrnehmen das jetzt der Herd noch anders.
00:10:32: Das heisst Gefahren, dass das irgendwann schwieriger wird.
00:10:36: D.h.,
00:10:36: hier muss man auch doller aufpassen gerade wenn die Wahrnehnung eingeschränkt ist.
00:10:41: ich bin auch gefährdet vielleicht zu stürzen weil ich nicht mehr wahrnehme und nicht mehr wirklich sehen kann, da es eine Stolperfalle ist.
00:10:49: Genau, das Denken lässt immer mehr nach.
00:10:51: Also das logische Denken, das räumliche Denken... Da habe ich meine Einschränkungen und das Verhalten kann sich verändern.
00:10:58: Das heißt wenn ich jetzt in der Situation bin, der immer lieb ist, der mal nett ist und plötzlich bin ich derjenige, der sich zurückzieht, der traurig ist, er müde ist, nur noch schläft weil ich das nicht mehr schaffe mein Zag zu koordinieren Und so kann sich das Verhalten bei einem Demenzerkrankten doch auch deutlich ändern.
00:11:19: Man hat ja so im Kopf seine Oma, die immer ganz lieb war, sein Opa der immer ganz toll und lieb waren... ...und plötzlich erkennt er einen nicht mehr!
00:11:27: Dann wird er auch emotional.
00:11:31: Manche nennen es dann aggressiv aber der ist einfach überfordert.
00:11:34: Der weiß nicht wer dagegen über ist.
00:11:36: Der hat vergessen dass ein Enkel oder seine Enkelin da ist.
00:11:40: Leider Und das ist dann der Punkt, wo wir professionelle Pflege meistens auch mit dazukommen.
00:11:47: Alltagssituation und Alltagsfähigkeiten lassen nach.
00:11:51: Da werde ich nachher noch mal ein bisschen genauer drauf eingehen aber auch hier häufig die Situation so, dass die Körperpflege nicht mehr umgesetzt werden kann.
00:12:01: und jetzt denkt noch mal an die Geschichte zum Eingang.
00:12:05: Die Dame konnte sich nicht mehr alleine versorgen wollte sich aber auch nicht von uns versorgn lassen von uns Männern.
00:12:11: also sie braucht Hilfe Sie kann das irgendwann nicht mehr.
00:12:15: viele können sich da nichts mehr zu essen machen nichts mehr trinken machen.
00:12:18: Auch das spielt eine Rolle.
00:12:21: Ich würde euch gerne noch ein paar Zahlen mitgeben, in Deutschland sind ca.
00:12:25: ½ Millionen Menschen aktuell an einer Demenz erkrankt.
00:12:30: Wenn man das hochrechnet und auf die nächsten Jahre mal vorausschaut dann ist es so dass bis zu zwei Tausend Fünfzig ca.
00:12:38: – Zwei Komma Sieben Millionen Menschen in Deutschland an einer demenz erkrankt sind davon circa sechzig Prozent der Alzheimer Erkrankung.
00:12:48: Das sind dann relativ viele, als er mal erkrankte.
00:12:51: Von diesen halt quasi einen Komma neun Millionen.
00:12:55: D.h.,
00:12:56: dass auch jährlich ca.
00:12:57: vierhundertundvierzigtausend Menschen neu erkranken!
00:13:03: Ich finde das ist eine sehr beachtliche Zahl und wir müssen uns immer mehr darauf einstellen, daß die zuversorgenden Personen in ihrem geschützten Rahmen unterstützt werden.
00:13:16: Wenn wir uns diese Zahlen anschauen, reden wir schon längst nicht über eine kleine Gruppe von Menschen.
00:13:22: Also Demenz betrifft Millionen und damit auch Millionen Familien, Partner, Kinder und Freunde.
00:13:29: Aber die Zahlen können euch nicht erklären wie sich eine Demenz für eine Person eigentlich anfühlt?
00:13:37: Wie fühlt sich denn eine Demanz eigentlich an?
00:13:40: Stellt euch mal vor ihr seid plötzlich in einem Raum und wisst gar nicht mehr, warum du da bist oder warum ihr da seid.
00:13:49: Jemand kommt und sagt Hallo Mama!
00:13:51: Was ist los?
00:13:52: Aber Du weißt nicht wer diese Person ist.
00:13:54: Dann das haben wir doch gestern schon besprochen.
00:13:57: aber für Dich ist dieses Gespräch zum ersten Mal.
00:14:01: daraus könnte entstehen zb Angst Unsicherheit Abwehr Aggression Und Nicht unbedingt die Demenz Aggression.
00:14:10: Das ist ein wichtiger Unterschied weil ich bin derjenige Der Angst hat, ich bin derjenige, der betroffen ist.
00:14:17: Aber der Gegenüber versteht nicht dass ich ihm nicht sagen kann das ich Angst habe.
00:14:22: Häufig werden Patienten immer als schwierig bezeichnet wenn sie eine Demenz haben.
00:14:29: hier kann man auch immer die Alltagssituationen betrachten.
00:14:33: stellt euch vor derjenigen sagt Ich will nicht duschen!
00:14:37: Ist ja erstmal legitim.
00:14:38: vielleicht hatte Angst.
00:14:39: was könnte dahinter stecken?
00:14:41: Vielleicht hat er einfach Angst, vielleicht hat aber auch Scham.
00:14:44: Jetzt komme ich als Mann wieder ins Spiel.
00:14:46: jetzt würde ich zu einer Dame gehen und sagen hey!
00:14:48: Ich würde Ihnen jetzt gerne beim Duschen helfen.
00:14:51: Dann sagt sie ne, nee, nee.
00:14:53: Nee, ich will das nicht.
00:14:53: Ich will nicht duschen.
00:14:54: was könnte dahinter stecken?
00:14:55: wie gesagt Scham?
00:14:56: Vielleicht ist es einfach aber auch kalt.
00:14:58: ja der fühlt sich unwohl in der Situation.
00:15:01: Der friert schnell oder er sieht einfach nur eine fremde Person und weiß gar nicht was der jetzt von mir will.
00:15:08: Der hat mich vielleicht auch gar nicht verstanden, weil ich meine Hörgeräte noch gar nicht drin habe.
00:15:13: Vielleicht ist es aber auch der Kontrollverlust?
00:15:16: Ich hab das doch immer alleine gemacht!
00:15:18: Ich konnte mich immer alleine waschen und jetzt kann ich's nicht mehr.
00:15:22: Vielleicht hat die Person auch schon schlechte Erfahrungen gesammelt.
00:15:25: Haben wir ja vorhin in der Geschichte auch schon gehört... Und vielleicht habe ich auch einfach nur Schmerzen und durch die Schmerz will ich nicht aufstehen und wenn ich nicht Aufstehe dann habe keine Schmerze.
00:15:35: also bleibe ich doch lieber sitzen und gehe doch jetzt nicht duschen.
00:15:38: Manche wollen die Medikamente nicht nehmen, auch das gibt es.
00:15:41: Wie kann das sein?
00:15:44: Ich würde jetzt auch nicht unbedingt von einem Fremden einfach die Tabletten nehmen.
00:15:48: Vielleicht versteht die Person diese Situation einfach nicht, dass er sagt vielleicht hat der Pflegerin das auch nicht gut kommuniziert.
00:15:57: also was versteht eine Person über diese Tablette?
00:16:00: man kann ja sagen sie kriegen die morgens mittags abends und wir sind hier dabei und man kann sogar erklären welche Tableten das sind weil Daran kann man dem Manch einen Dementor, Patient oder Bewohner sich auch erinnern.
00:16:12: Vielleicht erkennt er sie einfach nicht diese Tabletten?
00:16:15: Vielleicht hat auch hier wieder Angst... Und was auch manchmal ist, die Tabletten schmecken anders.
00:16:20: Die Tabletton sind irgendwie komisch und der Saft, der gefällt mir schon mal gar nicht.
00:16:24: Das heißt ganz wichtig Medikamente niemals eigenständig verändern oder weglassen.
00:16:30: das muss kontrolliert sein es muss unter Aufsicht sein und das muss funktionieren.
00:16:35: hier ist ganz ganz da wichtig.
00:16:36: die Kommunikation und der Umgang mit der Situation können einiges verändern.
00:16:42: Wir hatten vorhin schon das Thema, ich will nach Hause.
00:16:45: Was steckt dahinter?
00:16:47: Wir hatten das Thema Sicherheit, vertraute Menschen, frühere Lebensphase oder vielleicht aber auch die Orientierung.
00:16:55: und wie gesagt denkt dran.
00:16:57: was will der Mensch, was will die Person mit seinem Verhalten eigentlich sagen?
00:17:03: Das ist wirklich wichtig.
00:17:04: Jetzt würden wir zu dem Thema Versorgung von Alltagssituationen Das Ablehenden von Versorgung, von Alltagssituationen kommen.
00:17:15: Wie stellt ihr euch das vor?
00:17:17: Thema Körperpflege.
00:17:18: Wenn ich jetzt zu Euch kommen würde und sagen würde Hey!
00:17:21: Ich komme jetzt zum Waschen Dann würde der eine oder andere sagen Ja ok machen wir, ich habe mich in den Arm gebrochen, ich brauche Hilfe kein Problem.
00:17:30: Gehe ich jetzt zunehmend demenziell erkranken wird er mir sagen Näh will ich nicht mag ich nicht gibt es nicht.
00:17:38: Und dann kommt die Situation, wo man dann entscheiden muss.
00:17:42: Wie gehe ich damit jetzt um?
00:17:44: Ich versuche dann immer so ein bisschen diese Situation erst aufzulockern.
00:17:48: Also ich würde nicht mit der Tür ins Haus fallen und reingen und sagen So!
00:17:51: Jetzt Körperpflege sofort und hier unter.
00:17:54: Ich würde erstmal ein Gespräch führen.
00:17:56: Erst mal die Person Vertrauen schenken und über dieses Gespräch dann in die Situation rüber gehen zu sagen, wo ist denn das Badezimmer?
00:18:05: Im Badeezimmer kann man sich erwaschen.
00:18:06: Da können wir unterstützen und über diesen Weg so da reingehen.
00:18:10: Das klappt meistens ganz gut und der Bewohner der Patient nimmt es dann eigentlich auch ganz gut an.
00:18:16: Das Thema Ankleiden – das ist eine Sache für sich!
00:18:20: Hier würde ich ein bisschen genauer drauf eingehen.
00:18:23: Stellt euch vor ihr seid der pflegende Angehörige.
00:18:26: jetzt seht ihr euren Partner der sein Lieblingshemd beschmutzt hat.
00:18:32: Mit dem Essen, da ist ein Fleck Marmelade drauf... Ja was macht man da?
00:18:37: Als erstes würde ich sagen, naja hier bitte einmal tauschen!
00:18:41: Aber das ist mein Lieblingshemd.
00:18:42: Ich möchte es nicht tauschnen, ich möchte es anbehalten Und so kommt wieder ein großer Konflikt auf einen zu.
00:18:48: Das heißt, wenn ihr die Sachen tauschen wollt versucht mehrere Lieblingsstücke zu schaffen.
00:18:55: das wäre mein Tipp eins.
00:18:56: Das heisst Wenn ihr ein weißes Hemd habt dann holt ihr davon fünf weiße Händen weil ihr wisst genau dass ist es.
00:19:04: Wenn das ein Polova ist der keine Ahnung grüner Polova Dann holt er von fünf Stück Weil wenn der mal schmutzig ist denn ist nicht so schlimm dann haben wir ja den nochmal da.
00:19:14: was ihr aber auch machen könnt, die Situation einfach akzeptieren.
00:19:19: Weil sonst steht man auch da in der Situation und zu sagen ich gehe jetzt hier in den Konflikt Ich will das nicht ausziehen Ja aber du musst es ausziehen Das ist schmutzig.
00:19:29: Wir wollen heute noch weggehen wir kriegen noch Besuch.
00:19:31: Nein!
00:19:32: Ich will dass nicht Und schon ist man in dem Konflekt wieder voll drin.
00:19:35: Das heißt Ihr müsst die Sache akzeptierend als pflegende Angehörige Bitte Nicht diskutieren.
00:19:43: Fünf gleiche weiße Hemden kaufen, fertig ist.
00:19:47: Die Frage ist nämlich hier habe ich damit ein Problem oder hat der Mensch mit der Demenz ein Problem?
00:19:54: Also hier versucht mal den Perspektivwechsel zu betrachten.
00:19:59: Derjenige ist fein damit er hat was an.
00:20:01: ja so ein bisschen schmutzig Aber damit ist auch wieder fein.
00:20:05: also wenn es nicht aus hygienischen oder gesundheitlichen Gründen notwendig ist dann lasst das einfach an.
00:20:10: akzeptiert die Situation Nicht.
00:20:13: jede Abweichung von unserer Normalität ist automatisch ein Problem für die Menschen mit der Demenz.
00:20:19: Wir haben Grundprinzipien, die wir hier einhalten müssen – nicht sofort den Druck aufbauen!
00:20:27: Situationen verlassen können, das heißt zieht euch auch selber mal zurück.
00:20:31: Lasst denjenigen einen kleinen Moment und versucht es dann erneut wieder.
00:20:35: Vielleicht versucht ihr es, wie ich damals das versucht hatte mit der einen Dame eine andere Pflegeperson auch auszuprobieren.
00:20:44: Sodass dann die Pflege natürlich durch eine Dame oder eine gleichgeschlechtliche Person durchgeführt wird.
00:20:51: Immer die Biografie berücksichtigen!
00:20:53: Das heißt wenn ihr in Erlage seid das zu machen, dann macht das.
00:20:57: Versucht Gewohnheiten zu berücksichtigen.
00:21:00: Ein kleines Beispiel wäre jemand, der immer abends duschen war.
00:21:03: Der möchte jetzt nicht plötzlich morgens duschen.
00:21:06: Das heißt auch hier kann man sagen ich versuche die Rituale abends auch beizubehalten.
00:21:11: das heißt hier wird dann abends geduscht Lieblingsstücke oder vertraute Dinge gerne berücksichtigen und immer wieder einbauen Die Umgebung anschauen Und auch sichern dass auch hier alles gut ist Dass es warm ist dass da keine Probleme gibt immer wieder die Schmerzen ausschließen oder versuchen zu verhindern.
00:21:32: Angst nehmen auch immer wichtig!
00:21:35: Prüfen ist das gerade wirklich ein Problem für den Betroffenen, oder ist es ein Problem?
00:21:42: Für mich eine Pflegehandlung mag für uns zehn Minuten dauern – für einen Menschen mit dem Demenz können diese zehn Minuten eine massive Grenzüberschreitung sein wenn er nicht versteht was da gerade passiert.
00:21:57: Nehmt euch gerne die Zeit.
00:21:59: Der braucht das, der möchte das!
00:22:01: Fliege bedeutet nicht immer dass wir unsere Vorstellung von Ordnung, Sauberkeit oder Normalität durchsetzen.
00:22:10: Flige bedeutet nämlich manchmal auch auszuhalten, dass etwas anders ist als wir es machen würden solange es für den Menschen sicher und vertretbar ist.
00:22:22: Ich würde jetzt gerne nochmal zur Biografiearbeit kommen, das heißt der Mensch hinter dieser Demenz.
00:22:30: Hätten wir in der ersten Geschichte die Biographie dieser Frau vorher gekannt wäre diese Situation wahrscheinlich nicht mal entstanden?
00:22:39: Das heißt was kann Biografiarbeit uns eigentlich aufzeigen?
00:22:43: Was hat denn der Mensch erlebt?
00:22:45: wie ist der Mensch aufgewachsen?
00:22:47: welche Gewohnheiten hatte zum Beispiel der Bäcker?
00:22:50: Der Bäcker ist immer nachts aktiv.
00:22:53: Ja, der wird auch im Alter noch nachts aktiv sein!
00:22:56: Das heißt für ihn es eine normale Routine.
00:22:59: Für mich wäre es von außen betrachtet wenn Nachts jemand wach ist.
00:23:02: er hat ne Störung vom Tag-Nacht-Rhythmus.
00:23:05: Der Bäcker hat das aber nicht weil er hat das ein Leben lang gemacht.
00:23:08: Rituale?
00:23:09: Welche Rituelle hatte er überhaupt?
00:23:11: gibt es welche wiederkehrende Abläufe?
00:23:14: Wann gibt es Frühstück, wie wird das Frühstuck gemacht?
00:23:17: Erst Zähne putzen vor dem Frühstückt.
00:23:19: Zähneputzen nach dem Frühstag.
00:23:21: Das sind Unterschiede.
00:23:22: Welche Personen sind ihnen wichtig?
00:23:25: ist es die die Tochter, die immer da ist, ist sie die Tochter, die weit weg wohnt?
00:23:30: welche Personen sind insgesamt wichtig?
00:23:33: Welche Berührungen am Körper sind akzeptabel oder inakzeptabel und was gibt es Denn für Möglichkeiten der Person Sicherheit zu geben.
00:23:45: Eine Demenz löscht nicht automatisch die Gefühle aus, die ein Mensch in seinem Leben entwickelt hat.
00:23:52: Sie sind nur anders und sie sind aber abrufbar – nutzt das für euch!
00:23:57: Ich möchte Euch heute in der Folge schon bisschen früher meine drei Tipps geben weil ich glaube jetzt passt das gerade so'n bisschen.
00:24:05: Für mich ist wichtig bei Tipp eins Bitte korrigiert den gegenüber nicht, sondern versuch zu verstehen warum derjenige so ist.
00:24:15: Nicht das stimmt doch gar nicht, aber erzähl mir davon!
00:24:19: Berichte mir!
00:24:20: Tipp zwei – Kommunikation verstehen.
00:24:23: Wenn jemand schreit, schlägt oder sich wehrt, dann ist es so.
00:24:28: nicht nur wie bekomme ich dieses Verhalten weg, sondern warum macht dieser Mensch das gerade?
00:24:35: haben wir vorhin ausführlich besprochen.
00:24:37: Warum ist derjenige in der Situation, in der er ist?
00:24:41: Was kann der Auslöser dafür sein dass er jetzt sich wehrt das er keine Lust hat oder nicht anders sich äußern kann?
00:24:50: Tipp drei Zeit und Ruhe sind Pflege.
00:24:54: Nicht alles muss sofort passieren.
00:24:57: manchmal es besser ich komme in zehn Minuten nochmal Oder Es ist vielleicht besser.
00:25:03: Das müssen wir jetzt machen.
00:25:05: Überlegt selber, also ich komme in zehn Minuten noch einmal wieder.
00:25:10: Klingt ja viel entspannter als das.
00:25:12: müssen wir jetzt machen!
00:25:13: Ich habe vorhin von der frontotemporalen Demenz berichtet.
00:25:18: Hab gesagt hier ist das Verhalten anders Vor allem aber auch die Sprache.
00:25:25: Häufig sind diese Personen distanzgemindert, häufig haben sie eine Problematik mit der Sprache so dass sie irgendwann nicht mehr richtig sprechen können.
00:25:35: Ich habe eine Bewohnerin im Rahmen meiner Zeit in dem Fliegeheim erlebt.
00:25:40: Sie hat diese frontotemporale Demenz gehabt und sie war oft distanz gemindert.
00:25:45: Sie war oft leider auch ich nenn es mal aggressiv, sie hatte viel umhergeschlagen.
00:25:51: Man wollte hier immer Medikamente geben, dass sie da ruhiger wird.
00:25:55: Sie hat das auch alles nicht so richtig verstanden und sie konnte halt nicht mehr kommunizieren.
00:25:59: Sie konnte nur heiti-tai-ti-maiti-vati also sie konnte keine Sätze, sie konnte keinen Wörter mehr richtig zusammenbringen.
00:26:07: Und man hat ihr richtig angemerkt, dass die auch total frustriert ist weil sie halt nicht sprechen konnte wie vorhin schon angedeutet mit dem Apfel.
00:26:15: Das heißt sie konnte sich sprachlich nicht mehr verständlich mitteilen.
00:26:19: Das ist ganz schlimm!
00:26:21: Ich habe hier, hatte ja schon ein bisschen gelernt, hatte dann die Biografiearbeit so'n bisschen mit einbezogen und hatte das Glück mit den Angehörigen einen Zugang zu finden – und zwar war sie früher sehr musikalisch.
00:26:35: Dann hab ich die Angehörung gefragt wie schaut denn das aus?
00:26:38: Könnten Sie vielleicht mal gucken ob Sie in irgendeiner Schublade noch irgendein Instrument finden?
00:26:44: Und glücklicherweise hat die Familie eine Flöte gefunden.
00:26:47: Die hat sie mitgebracht und die Frau konnte tatsächlich... Sie war so überrascht, sie hat sich die Flöten genommen.
00:26:55: Ich habe mir die gegeben und ich war so Überrascht!
00:26:58: Sie konnte mit der Flöde spielen.
00:27:00: Sie konnte nicht kommunizieren aber sie konnte mir musikal zeigen dass sie noch da ist.
00:27:06: Das war so beeindruckend.
00:27:07: also ich hatte Tränen in den Augen.
00:27:13: Ihr merkt gerade, es wird grad emotional.
00:27:15: Das war tief bewegend in der Situation und total ... ja, wow!
00:27:22: Ja... Und in dieser Situation konnte sie mir zeigen nicht mit Worten aber mit Musik dass sie da ist.
00:27:29: Wir hatten plötzlich eine gemeinsame Sprache das heißt wir hatten die Verbindung über die Biografierarbeit.
00:27:37: Das war sehr angenehm.
00:27:38: Vielleicht hat die Sprache aufgehört zu funktionieren, aber die Verbindung zu ihrer Musik war noch da und deshalb lohnt es sich immer den Menschen hinter dieser Demenz kennenzulehren.
00:27:51: Es gibt mehrere Therapieansätze, es gibt mehrere präventive Ansätze.
00:27:58: Ich würde heute mal kurz darauf eingehen.
00:28:01: Wie kann man medizinisch behandeln?
00:28:03: Und was kann man selber beeinflussen?
00:28:05: Erstens, das ist die Medikamentösetherapie.
00:28:08: Hier gibt es verschiedene Mittel.
00:28:10: Ich hatte erst überlegt ob ich die jetzt so vorstelle oder nicht.
00:28:13: Ich lasse sie jetzt einfach weg!
00:28:15: Ich will euch nur sagen... Die Botschaft ist hier.
00:28:17: Medikamente können bei bestimmten Menschen Symptome lindern oder den Verlauf für einige Zeit lang stabilisieren aber aktuell ist es so.
00:28:29: Sie heilt die Demenz nicht.
00:28:31: Auch wenn Medikamente gut wirken, bleibt die Erkrankung grundsätzlich bestehen und schreitet in der Regel weiter fort.
00:28:39: Also hier bitte immer darauf achten.
00:28:41: es ist nur ein Baustein von vielen Ich würde sagen was viel wichtiger ist das Thema Bewegung.
00:28:48: Das ist einer der Punkte.
00:28:50: bewegt euch Sport hält fit.
00:28:53: wer rastet der rostet.
00:28:54: ihr kennt den spruch also Bewegung bedeutet Selbstständigkeit.
00:28:58: das ist so wichtig Wenn ich alleine noch aufstehen kann, wenn ich mich noch alleine bewegen kann.
00:29:03: Wenn ich kleine Spaziergänge machen kann ob jetzt mithilfe oder ohne.
00:29:08: Ob jetzt mit Transponderer wo ich dann GPS Überwachung hätte im Fall der Fälle wenn ich verwirrt bin oder nicht.
00:29:15: Ich kann Alltagstätigkeiten allein durchführen einfach Bewegungsangebote schaffen und für eine sichere Mobilisation Sorgen, das heißt hier das passende Schuhwerk nehmen und die Stolperfallen wie zum Beispiel wilde Teppige entfernen.
00:29:31: Hilfsmittel sind auch hier ein großer Bestandteil und kein Zeichen von Schwäche.
00:29:38: Das heißt ein Rollator als Beispiel nehmt diesen.
00:29:41: Man kann mobil unterwegs sein.
00:29:43: Man kann auch dem Demenz erkranken, anlernen mit einem Rollator zu laufen.
00:29:48: Das erleben wir jeden Tag bei mir in der Geriatrie in Bad Welzig Weil unsere Patienten sind gestürzt haben sich den Schenkelhals gebrochen und müssen wieder laufen lernen.
00:29:59: das dauert das ist nicht von heute auf morgen Und sie nehmen das gut an.
00:30:03: Es sieht nicht schön aus.
00:30:05: es ist nicht immer schön aber es hilft.
00:30:07: wenn ich einen Rollator brauche Damit ich mich sicher bewegen kann, dann ist der Rollator nicht mein Problem.
00:30:14: Es ist eine Möglichkeit, mich weiterhin zu bewegen!
00:30:18: Das ist natürlich immer wichtig und das ist natürlich auch immer toll was aber auch gut hilft.
00:30:24: Und ich sage euch auch wenn ihr die Gespräche manchmal da nicht ganz so gut machen könnt weil ja ein Gespräch nicht immer so richtig gut umsetzbar ist.
00:30:34: Aber die sozialen Kontakte Die sind so, so wichtig.
00:30:38: Menschen brauchen Menschen!
00:30:40: Es gibt die Familie, es gibt die Freunde... Es gibt Nachbarn, Seniorengruppen, Demenzcafés, Vereine, Spaziergruppen Tagespflege, Kirchengemeinden ... Unzählige Angebote der Gemeinden.
00:30:57: Wir vom Netzwerk machen was, Miri vom Familienzentrum macht gerne irgendwas gemeinsame Aktivitäten schaffen das macht bitte.
00:31:05: da müsst ihr unbedingt dabei bleiben.
00:31:07: also hier ist jetzt nicht die Frage Was könnten wir überhaupt mit einem Demenz Erkrankten machen?
00:31:14: sondern was hat dieser Mensch früher gerne gemacht?
00:31:17: Wenn jemand gerne Fußball geschaut hat, vielleicht ein gemeinsames Fußballspiel anschauen.
00:31:21: Wenn jemand gern Musik gehört hat wie in der Biografie Geschichte hier mit meiner Bewohnerin dann gemeinsam Musik hören.
00:31:29: wenn jemand gerne im Garten gearbeitet hat Dann vielleicht im Gaten etwas machen wo er nicht mehr raus kann dann bringt den Garten in die Wohnung zeigt es ihm, nicht Beschäftigung um Beschäftigungen zu machen sondern an Lebensgeschichten anzuknüpfen.
00:31:44: Es ist ganz einfach darüber ins Gespräch zu gehen.
00:31:47: ich frage immer einen Patienten wo er herkommt.
00:31:51: das ist immer so ein guter Einstieg.
00:31:53: Ich frag dann gerne welchen Beruf er gemacht hat und wie die familien Situation ist nicht um die Person auszufragen aber dass sind Sachen die lange erhalten bleiben und die lange ja gut sind sodass man dann immer einen schönen Bezug hat.
00:32:07: Ich baue Vertrauen auf.
00:32:09: Das ist so, so wichtig!
00:32:11: Was kann man noch sagen?
00:32:12: Dass sehen und hören... ist auch ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.
00:32:18: Das heißt neben dem Hören habe ich ein Problem mit der Wahrnehmung das heißt ich kann vielleicht nicht mehr richtig sehen.
00:32:24: Ich hab einen grauen Star, ich habe vielleicht einen erhöhten Augendruck und meine Brille funktioniert auch nicht mehr so richtig weil die habe schon seit fünf sechs sieben Jahren nicht mehr aktualisiert.
00:32:35: oder haben wir mal eine neue geholt sodass man da hätte was machen können.
00:32:38: Hier müsst ihr Orientierung geben, hier müsst ihr den Betroffenen auch mal eine passende Brille, ne passende Beleuchtung Stolperfallen in Kontraste nutzen.
00:32:49: Vertraute umgebung schaffen.
00:32:51: Vielleicht auch ist die hörfähigkeit eingeschränkt und der braucht ein hörgerät.
00:32:56: Je früher ihr das macht, desto besser ist es auch dass das auch noch angenommen wird.
00:33:00: Jemand mit den Demenz der kaum noch was gehört hat er wird später nicht mehr anfangen und sagen oh ja jetzt will ich ja jetzt kann ich jetzt ist wieder gut.
00:33:08: nein das macht er nicht genau.
00:33:09: es gibt natürlich auch immer risikofakt an denen ihr arbeiten könnt.
00:33:14: Das heißt zum Beispiel der Bluthochdruck, das heißt habe ich von vornherein einen Blut-Hochdruck.
00:33:20: im jungen Alter könnte es sein dass meine Gefäße irgendwann eingeschränkt sind und ich an einer Demenz erkranken könnte.
00:33:28: Jetzt versuche den Blutdruck stabil zu erhalten.
00:33:30: geht rechtzeitig zum Arzt und lasst das abklären.
00:33:33: Beim Diabetes ist es ähnlich.
00:33:35: auch hier können Gefäßveränderung entstehen durch die hohen Diabetes oder die hohe Blutzuckerwerte.
00:33:43: Das heißt auch hier bitte rechtzeitig zum Arzt und stellt euch gut ein!
00:33:48: Bewegung ist das A&O, das hatte ich schon gesagt.
00:33:51: Das heisst immer schön.
00:33:53: bewegen rausgehen macht einen Spaziergang im Wald im Umfeld egal Macht was draußen frische Luft und bewegen Übergewicht reduzieren, rauchen reduzieren bis aufgeben, Alkohol aufgeben.
00:34:07: Ausreichend Schlaf ob man es glaubt oder nicht ich gehe abends um einundzwanzig Uhr im Bett.
00:34:12: Ich stehe morgens um fünf wieder auf.
00:34:14: mir ist es so wichtig?
00:34:15: meine Freunde belächeln mich immer weil ich so früh schon ins Bett geh und das Fußball spielen noch verpasse.
00:34:21: aber Der Schlaf ist halt so wichtig, damit du am nächsten Tag wieder fit bist.
00:34:26: Und wenn der demenziell erkrankte eine kleine Runde Mittagsschlafen machen möchte, lasst ihn das machen, ja?
00:34:33: Damit er da wieder gut Kräfte sammelt und wieder wacher ist – am Nachmittag!
00:34:39: Genau also.
00:34:40: wir können damit nicht garantieren dass jeder jetzt keine Demenz bekommt wenn er jetzt den Blutdruck gut eingestellt hat, den Diabetes gut eingesteht hat.
00:34:48: aber Wir können einige Risikofaktoren insgesamt beeinflussen.
00:34:54: Das ist für uns, für euch schon auch eine wichtige Möglichkeit!
00:35:00: Was möchte ich euch den Angehörigen noch sagen?
00:35:03: Wenn ihr jemanden mit der Demenz begleitet, müsst ihr nicht perfekt sein.
00:35:08: Ihr dürft auch mal genervt sein, ihr dürft doch mal erschöpft sein... Ihr dürfte auch einmal sagen Ich kann gerade nicht mehr.
00:35:15: und Hilfe anzunehmen bedeutet nicht dass man jemanden in Stich lässt.
00:35:20: Es bedeutet manchmal, dass man dafür sorgt in überhaupt weiter begleiten zu dürfen.
00:35:27: Erholt euch Hilfe, holt euch Unterstützung!
00:35:30: Wir haben tolle Hauskranken pflegen wir haben toller Kurzzeitpflege.
00:35:33: wenn ihr mal in den Urlaub fahren wollt hier müsst dann euch rechtzeitig drum kümmern.
00:35:37: Wir haben tolle Pflegeeinrichtungen die unglaublich tolle Konzepte auch haben und wir haben viele Veranstaltungen hier auch in Michendorf in der Gemeinde Auch bei euch, wenn jetzt jemand außerhalb von mich ein Dorf das hört, fragt im Umfeld nach und nutzt auch mal Auszeiten für euch damit ihr in der Lage seid wieder Kraft zu schöpfen und dann zu unterstützen.
00:36:02: Ich möchte Euch jetzt nochmal mitnehmen und einen kleinen Ausblick machen!
00:36:07: Und zwar wird es in diesem Monat eine Sonderfolge geben.
00:36:11: Das heißt, am einundzwanzigsten neunten zwei tausend sechsund zwanzig gibt es eine Sondervolge und zwar mit Frau Bohrmann.
00:36:19: die Frau Bohhrmann ist von der Beratungsstelle Demenz Und wir haben tolle Themen vorbereitet.
00:36:25: Die Folge wird in den nächsten Tagen aufgenommen.
00:36:28: Wir freuen uns total über Kommunikation über Angehörige stärken Über was es plötzlich anders Situation zu reden über vielleicht sogar Trauer Weil jeder mit ner Demenz kann auch trauern, wir werden über Humor sprechen oder vielleicht sogar über Unterstützungs-Anhubote.
00:36:47: Also hört gerne auch dann am einundzwanzigsten September zwei tausend sechsund zwanzig am Weltallzennertag mit rein!
00:36:55: Da bin ich schon ganz gespannt.
00:36:57: Ich möchte auch noch Werbung machen für Michendorf.
00:37:01: Wir in Michendorff werden die Demenzwoche wieder durchführen.
00:37:07: vom zwanzigsten September an geht das los.
00:37:11: bis zum jetzt muss ich selber kurz rechnen bis zum siebenundzwanzigste September.
00:37:16: wir werden mehrere Angebote machen.
00:37:19: Wir werden über herausfordernde Situation einen kleinen Vortrag machen, der wird auch direkt am Montag den in der Gemeinde Michendorf im Rathaus stattfinden.
00:37:35: Hier findet ihr die Informationen auch direkt auf der Website, kommt gerne vorbei dann könnt ihr uns live und in Farbe auch mal erleben.
00:37:44: Ansonsten wollen wir zum Musikcafé, zum Tanzcafés am vierundzwanzigste neunten noch einladen.
00:37:51: da werden wir ja mit Kaffee kuchen ein bisschen bingo ein bisschen spaß ein bisschen freude den Nachmittag gestalten und versuchen euch eine angenehme Atmosphäre zu machen.
00:38:07: Und weil das noch nicht ausreicht, bin ich am September, sechsundzwanzig bei BB Radio.
00:38:15: Darauf freue ich mich schon sehr.
00:38:17: wie das abläuft und was passiert?
00:38:20: Das werde ich im Nachgang dann noch mal berichten.
00:38:23: also ich bin ganz aufgeregt.
00:38:24: Ich darf nämlich so ein bisschen über Pflege Demenz aber natürlich auch über den Podcast sprechen Und das pflegenetzwerk dort einmal Vorstellen.
00:38:34: soweit so gut von den Ankündigungen der nächsten wochen.
00:38:40: Demenz nimmt einem Menschen vielleicht Erinnerungen, aber sie nimmt ihm nicht seine Würde.
00:38:48: Und manchmal müssen wir nicht versuchen den Menschen wieder in unsere Welt zu holen.
00:38:54: Manchmal müssen wir einfach ein kleines Stück in seine Welt gehen!
00:39:00: Das war's auch schon wieder mit Pflegen Lachen Machen.
00:39:05: Ich bin euer Pfleger Martin und ich sage es wie immer Einfach reinhören, einfach machen.
00:39:12: Bis bald!
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